Heute gibt es interessante Neuigkeiten aus der Siversk-Richtung.
Hier warfen die Russen Tausende von Soldaten auf ein kleines Dorf, das in einer massiven Schlacht über zwei Jahre hinweg zu Trümmern reduziert wurde. Die Schlacht um Bilohorivka ist mittlerweile ein Synonym für die fruchtlosen russischen Bemühungen in vielen Sektoren der Front, bei denen versucht wird, selbst die kleinsten territorialen Gewinne um jeden Preis zu erzielen.
Laut aktuellen Berichten hat die russische Armee in dem Versuch, Bilohorivka in nur zehn Monaten einzunehmen, etwa 3.000 Verluste erlitten, darunter 1.543 Tote, 1.455 Verwundete und 15 Gefangene. Da die Kämpfe um Bilohorivka jedoch schon seit über zwei Jahren andauern, ist die Gesamtzahl der russischen Verluste sicherlich viel höher. Diese erschütternden Verluste spiegeln die Intensität der Kämpfe und den hohen Preis wider, den die Russen für nur geringe territoriale Gewinne in den letzten zwei Jahren zahlen mussten.

Die Kämpfe in Bilohorivka selbst sind unerbittlich, da die kontinuierlichen Artillerieangriffe die Gebäude zu Trümmern verwandelt haben, wodurch den Soldaten Deckung fehlt und die Verluste steigen. Die Ukrainer überwachen das Gebiet rund um die Uhr und verhindern, dass die russischen Streitkräfte die vollständige Kontrolle über das Dorf erlangen.

Wenn wir uns die topografische Karte ansehen, können wir sehen, dass die Ukrainer ihre Stellungen auf dem Hochland nutzen, um das Feuer über Bilohorivka zu kontrollieren und jede russische Bewegung in das Dorf zu bedrohen.

Geolokalisierte Aufnahmen verdeutlichen, wie gefährlich die aktuelle Situation ist, da jeder russische Soldat innerhalb von Minuten von ukrainischen FPV-Drohnenbetreibern oder mit Kleinwaffen beschossen wird. Dies hat die Russen gezwungen, kleinere Infanterieeinheiten und in einigen Fällen sogar einzelne Soldaten zu entsenden, um in die ukrainischen Stellungen einzudringen und genügend Kräfte für einen größeren Angriff zu sammeln.


Blickt man auf den Beginn der Schlacht zurück, so hatten die ukrainischen Streitkräfte stattdessen den Terrikon, einen Abraumhaufen aus Bergbauoperationen, genutzt, um das Feuer über das Gebiet zu kontrollieren. Dieser Aussichtspunkt ermöglichte es den Verteidigern, russische Angriffe effektiv abzuwehren und dabei schwere Verluste an Personal und gepanzerten Fahrzeugen zu verursachen, während die Russen versuchten, das Hindernis zu überwinden und das Hochland frontal zu stürmen, wobei sie bei jedem Versuch Dutzende von Soldaten verloren.

Im Verlauf des Krieges, als Drohnen immer häufiger eingesetzt wurden, wurden die exponierten Positionen auf dem Terrikon jedoch anfällig für FPV-Drohnen. Der Bedarf an unterirdischen Bunkern und befestigten Stellungen wurde offensichtlich, doch die lockere Bodenbeschaffenheit machte umfangreiche Tunnelarbeiten unpraktisch, wodurch der taktische Vorteil des Terrikons verringert wurde.

Die Verteidigung von Bilohorivka wurde hauptsächlich der 81. Luftlandetruppbrigade und der 54. Mechanisierten Brigade anvertraut. Beide Einheiten stammen aus benachbarten Regionen: Der Stab der 81. Brigade befindet sich in Kramatorsk, und die 54. Brigade stammt aus Bachmut. Dies hat ihnen ein besseres Verständnis des lokalen Geländes verschafft, was sich in den Gefechten als vorteilhaft erwiesen hat. Die fast zweijährige Präsenz dieser Brigaden in der Region hat es ihnen ermöglicht, wertvolle Kampferfahrungen in diesem Gebiet zu sammeln, was ihre Effektivität gegen russische Angriffe weiter steigert.

Auf der anderen Seite sind die russischen Bemühungen, Bilohorivka zu erobern, von erheblichen Kommando- und Einsatzproblemen geplagt. Die 3. kombinierte Waffenarmee, die überwiegend aus motorisierten Infanteriebrigaden besteht und keine schweren Angriffseinheiten umfasst, ist in der Region aktiv. Diese Einheiten haben jedoch aufgrund von Fehlinformationen und operativen Fehlern Kritik auf sich gezogen.

Ende 2024 wurde Generaloberst Gennadi Anaschkin als Befehlshaber der Südrussischen Truppenabteilung entlassen, nachdem er falsche Berichte über den Erfolg der Kämpfe bei Bilohorivka abgegeben hatte, was zu unvorbereiteten Angriffen, unzureichender Feuerunterstützung und erheblichen Verlusten führte. Infolgedessen wurden mehrere weitere Kommandeure, darunter auch die der 3. kombinierten Waffenarmee, die bei Bilohorivka kämpften, verhaftet und entfernt, weil sie die militärischen Erfolge übertrieben hatten.

Auch andere russische Einheiten in der Region, darunter die 6. und die 123. Brigade, mussten ihren gesamten Kommandostab austauschen, was der russischen Kommandostruktur einen erheblichen Schlag versetzte und ihre offensiven Bemühungen weiter sabotierte. Dies führte oft zu noch selbstmörderischen Angriffen, da die neuen Kommandeure mit dem Gelände und den ukrainischen Kräften, denen sie gegenüberstanden, nicht vertraut waren.

Insgesamt hat sich die langwierige Schlacht um Bilohorivka in den letzten zwei Jahren erheblich entwickelt, was breitere Veränderungen in den Taktiken und Technologien der Kriegsführung widerspiegelt. Trotz unermüdlicher Angriffe und Tausender von Verlusten konnten die russischen Streitkräfte die Kontrolle über das Dorf nicht erlangen.

Dieser anhaltende Stillstand hebt die Widerstandsfähigkeit und taktische Fähigkeit der ukrainischen Verteidiger hervor, deren geografisches Wissen und unerschütterliche Entschlossenheit weiterhin russische Fortschritte vereiteln und dem Feind einen hohen Tribut abverlangen.

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